Cannabisbutter selber machen: Das Grundrezept

Wie kommt das THC in die Butter?

Der Klassiker

Cannabisbutter ist ein Klassiker unter den Edibles-Grundzutaten – auch wenn wir technisch eher Kokosöl empfehlen. Butter enthält Wasser, was die Extraktion erschwert und die Haltbarkeit verringert. Dennoch ist Butter geschmacklich vielseitig, leicht erhältlich und beliebt für Gebäck und herzhafte Gerichte.

Hinweis: Wir gehen davon aus, dass dein Cannabis bereits decarboxyliert ist und du mit unserem Edibles-Dosierungsrechner die gewünschte Stärke der Butter berechnet hast.

Zutaten & Materialien

  • 250 g ungesalzene Butter

  • Die berechnete Menge decarboxyliertes Cannabis

  • Wasserbad

  • Thermometer

  • Metallsieb, Mulltuch oder Nussmilchbeutel

  • Hitzebeständiger Behälter (z. B. Glas mit Deckel)

  • Silikonformen oder Eiswürfelformen

  • Kühlschrank oder Gefrierfach

Anleitung Schritt für Schritt

1. Butter schmelzen

Butter bei niedriger Hitze in Wasserbad schmelzen.

2. Cannabis hinzufügen

Das decarboxylierte Cannabis einrühren.

3. Sanft simmern lassen (2–3 Stunden)

Die Temperatur mit einem Thermometer bei 70–80 °C halten und die Mischung mit leicht geöffnetem Deckel 2 bis 3 Stunden ziehen lassen.
Nicht länger als 3 Stunden, da ansonsten mehr Bitterstoffe und CBN entstehen können.

Tipp zur Farbvermeidung: Möglichst keine Stängel oder Blätter verwenden. Sanft umrühren und später nicht zu stark auspressen, um Grünfärbung und Bitterkeit zu vermeiden.

4. Abseihen

Die heiße Mischung durch ein feines Sieb oder Tuch in einen Behälter abseihen.
Nicht zu stark auspressen: Das steigert zwar die Ausbeute, kann aber Geschmack und Farbe negativ beeinflussen.

5. Trennen, schmelzen und portionieren

Nach dem Abkühlen im Kühlschrank trennt sich die Butter (oben) vom Wasser (unten).
Die Butter vorsichtig abheben, das Wasser entsorgen.

Wenn du portionieren möchtest:
Die Butter nochmals vorsichtig im Wasserbad schmelzen und in Silikonformen füllen. Nach dem Abkühlen einfrieren.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

  • Im Kühlschrank luftdicht verschlossen: ca. 1 Woche

  • Im Gefrierfach (z. B. in Portionen): mehrere Monate

Beschriftung nicht vergessen: Notiere THC-Gehalt pro Portion – das hilft bei der Dosierung im Alltag. Kinder im Haus? Dann bitte nicht da aufbewahren, wo die Eiscreme liegt!

Decarboxylieren in der Butter?

Manche lassen den Decarboxylierschritt weg und hoffen, dass die Hitze beim Kochen ausreicht. Das ist allerdings ungenau:

  • Temperaturen sind oft zu niedrig oder ungleichmäßig

  • Cannabinoid-Verluste sind wahrscheinlich

Empfehlung: Vorher separat decarboxylieren – z. B. bei 110-115 °C für 30- 40 Minuten im Backofen.

Mehr Infos zu den verschiedenen Decarboxylierungsmethoden findest du in unserem Ebook “Edibles selbst gemacht. Eine Anleitung.”

Werkzeug-Tipps

Ein gutes Thermometer ist Gold wert!

  • Thermometer: Unerlässlich zur Temperaturkontrolle

  • Doppelkessel / Wasserbad: Verhindert Überhitzung

  • Crockpot / Slow Cooker: Ideal für konstante Hitze bei größeren Mengen

  • Nussmilchbeutel oder Sieb: Für sauberes Abseihen

  • Silikonformen: Für portionsweises Einfrieren geeignet

Tipp: Zerkleinerung & Grünfärbung vermeiden

Wie fein sollte das Cannabis sein?
Zerkleinere dein Cannabis nur grob – z. B. mit den Fingern oder einer grobzahnigen Mühle.
Je feiner das Pflanzenmaterial, desto mehr Chlorophyll, Bitterstoffe und Pflanzenfasern werden extrahiert – das kann zu einem unangenehmen Geschmack und grünlicher Farbe führen.

Weniger Chlorophyll, bessere Butter:

  • Vermeide Blattmaterial und Stängel – diese enthalten wenig Wirkstoff, aber viel Chlorophyll.

  • Rühre während der Extraktion nur sanft, um Pflanzenmaterial nicht unnötig aufzuwirbeln.

  • Presse das Pflanzenmaterial nach dem Abseihen nicht zu stark aus – auch das reduziert grüne Farbe und bittere Noten.

Kurz gesagt:
Grob zerkleinert, sanft extrahiert, minimal ausgepresst = geschmacklich bessere Butter.

Sollte ich Wasser zur Butter hinzufügen?

Viele “Magic Butter”- Rezepte empfehlen die Zugaben von Wasser. Das Wasser soll verhindern, dass die Butter anbrennt und dabei helfen, die Temperatur zu stabilisieren. Wenn du die Butter direkt in einen Topf auf den Herd stellst, dann kann diese ohne zusätzliches Wasser schnell zu heiss werden. Deshalb empfehlen wir das Erhitzen im Wasserbad. So kannst du dir die Zugabe von Wasser sparen, denn grundsätzlich gilt, dass Wasser im Fett bei der Infusion stört.

Wenn’s so einfach wäre: diese Butter ist mit einem Grünfilter am Computer eingefärbt worden.

Dosierung verstehen – Beispielrechnung

Wenn du 10 g Cannabis mit 20 % THC verwendest, ergibt das:

  • 10.000 mg Pflanzenmaterial × 20 % = 2.000 mg THC

  • Bei 60 % Extraktionsrate: 2.000 mg × 0,6 = 1.200 mg THC in der Butter

  • Auf 250 g Butter verteilt: 1.200 mg ÷ 250 g = 4,8 mg THC pro Gramm Butter

Wenn du diese Butter in 24 Portionen abfüllst, ergibt das ca. 50 mg THC pro Portion.

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